Urban Lab 4

ERGEBNISSE

Beim 4. Urban Lab stand Ideation, also die Sammlung, Entwicklung und Bündelung von möglichst vielen Ideen im Vordergrund. Die Teilnehmer waren aufgefordert, die Köpfe zunächst frei zu machen, um dann ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Beim Urban Design Thinking kommt es dabei nicht so sehr auf die Reife der Idee, sondern auf die Fülle an. Auch und gerade ungewöhnliche oder utopische Vorschläge können später den Weg hin zu einer wirklich guten Lösung weisen.

Das Arbeitsformat des Urban Design Thinking hat auch in dieser Ausgabe der Labs gezeigt, dass es möglich ist, in relativ kurzer Zeit eine Menge an fruchtbaren Ergebnissen zu erarbeiten. Dabei fällt auf, dass alle Teams – in unterschiedlichem Maß – auf die Flexibilität der gefundenen Lösungen Wert legen. So ist zum Beispiel die in der Gruppe Lastenfahrräder als Ausstattung erdachte Multifunktionsbox sowohl in ihrer Faltbarkeit, als auch in der Beladung und in der geteilten Nutzung ein dreifach flexibles Element. Dies liegt sicher in den heute allseits geforderten Lebens- und Arbeitsumständen begründet, hat aber auch mit einer gewissen Unbestimmtheit zu tun, mit der alle Lösungen in diesem Stadium noch zurechtkommen müssen.

Die Lösungen sind alle bedarfsgerecht abgeleitet, geben aber noch wenig Information darüber, wie sie später konkret aussehen werden, wie viel man davon braucht, und was sie mit dem öffentlichen Raum im Kiez machen werden. Hier liegen Fragen, die man unter dem Stichwort Flexibilität noch weiter behandeln muss. Die Gruppe Buchungssystem weist dabei in eine interessante Richtung, indem sie die geforderte Flexibilität des Systems mit dem Anspruch großer Verlässlichkeit und Planungssicherheit verknüpft.

Einen anderen Zugang zu Flexibilität bietet das Denken über gerade nicht-flexible Zielgruppen, insbesondere Alte und in ihrer Bewegung eingeschränkte Personen und ihre Bedarfe im Sinne eines selbstbestimmten Lebens. Hier zeigt das Andenken von flexiblen, mit dem Lastenfahrrad verbundenen Services ein weites Geschäftsfeld auf. Die Gruppe Dienstleistungen hat hier besonders vielfältig gedacht, von speziellen wohnungsnahen Dienstleistungen bis hin zu selbstfahrenden Lastenfahrrädern.

 

Ebenso spannend und angesichts der Digitalisierung überraschend war, dass alle Gruppen, vor allem bei der Überlegung über die Geschäftskanäle, auf gute Praxis, Anschauung vor Ort und direkte Kommunikation setzen. In der Verknüpfung von Online- und Offline-Angeboten in einem System liegt noch viel Entwicklungsspielraum. Die Gruppe Abstellanlagen versucht beispielsweise, die Präsenz im Raum durch persönliche Stationen und parallel durch stationsungebundene Fahrräder zu vervielfältigen.

 

Dieser Spielraum in der weiteren Entwicklung kann unmittelbar beim kommenden Lab genutzt werden, in dem die jetzt auf dem Papier angedachten Lösungen in gebaute Prototypen übersetzt werden. Aus der Erfahrung mit anderen Design-Thinking-Projekten lässt sich sagen: wenn man etwas physisch baut, zeigt sich, an was man noch nicht gedacht hat. In diesem Sinne erwarten wir wieder ein interessantes Urban Lab bei Distribute und freuen uns auf den Fortgang der Entwicklung in den Teams.