Urban Lab 8 – Iteration

 

ERGEBNISSE

Die Urban Labs von Distribute folgen einem Ablauf, der durch die Erfahrungen aus Design-Thinking-Prozessen geprägt ist. In einer Gruppe von „Design Thinkern“ – bei uns im Wesentlichen Bewohner*innen der beiden Projektgebiete und Projektmitglieder – werden Bedarfe ermittelt, Ideen generiert und Lösungen immer weiter verfeinert. Ein wichtiger Grundsatz dabei ist, dass nichts in Stein gemeißelt ist; Ausprobieren, Verwerfen und Weiterentwickeln gehören zum Wesen des Prozesses. Dabei zeigt sich, dass kein Prozess gleich geartet ist. Manchmal erscheinen gefundene Lösungen von Beginn an schlüssig und werden kontinuierlich fortgedacht, manchmal erweisen sich vermeintliche Lösungen im Test als unbrauchbar und müssen durch andere Möglichkeiten abgelöst werden. Die in dieser Broschüre dokumentieren Ergebnisse der vier Teams zu den Systemkomponenten E-Lastenfahrrad, Abstellanlagen, Buchungssystem und Dienstleistungen lassen erkennen, dass es im Urban-Design-Prozess von Distribute nicht anders läuft. Jedes Team schlägt seinen eigenen Weg der Entwicklung ein und es ist nicht garantiert, dass die hier vorgestellten Arbeitsergebnisse auch wirklich bis zum Ende, also bis zum Geschäftsmodell, weitergedacht werden.

Iteration – Anpassung und Überprüfung durch Wiederholung der vorhergehenden Arbeitsschritte im Schnellverfahren

Schritt für Schritt tasten sich die Teams beim Urban Design Thinking von Distribute vor, um am Ende geschäftlich und organisatorisch tragfähige Bausteine für ein Lastenradverleihsystem in Charlottenburg aufzubauen. Die generelle Herausforderung liegt unter anderem darin, ein System vorzudenken, das sowohl private Nutzer in Form einer Fahrradausleihe als auch gewerbliche Nutzer in Form eines Lieferdienstes anspricht. Außerdem liegt die Zielsetzung von Distribute als Forschungsprojekt auch darin herauszufinden, wie sich neue Formen städtischen Liefer- und Transportverkehrs aus dem Stadtquartier heraus entwickeln können.

Nach dem siebten Lab im Sommer waren die Teams bis zur Entwicklung von Prototypen gelangt, die (weitgehend) im Originalmaßstab die künftigen Lösungen in der Öffentlichkeit testen ließen. Dabei wurde deutlich, dass trotz vieler Anstrengungen bei der Ideenfindung, der Ideenauswahl und beim Bau der Prototypen teilweise noch keine überzeugenden Antworten auf die Bedarfe der privaten und gewerblichen Nutzer gefunden wurde. Das Team der TU, das die Urban Labs vorbereitet und konzipiert, hat sich deshalb entschlossen, den im Rahmen der Urban Design Thinking vorgesehenen Arbeitsschritt „Iteration“, also kritische Überprüfung und Anpassung des Erreichten, durchzuführen. Dies ist nicht immer einfach, da bereits viel Entwicklungsarbeit getan wurde, die jetzt möglicherweise wieder verworfen wird.

Um die Überprüfung der bisherigen Arbeitsergebnisse nicht intern und damit durch die eigene Brille hindurch machen zu müssen, haben wir uns für das Urban Lab 8 entschlossen, externe Gäste, die mit dem jeweiligen Baustein durch ihre eigene Tätigkeit besonders vertraut sind, einzuladen. Sie würden uns dabei helfen, die Prototypen unabhängig und frisch zu begutachten und den nötigen Input für die Weiterentwicklung zu geben. Eingeladen waren:
Markus Nennewitz von Nextbike und Gunnar Thöle vom Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf im Team Abstellanlagen, Gundula Büermann von fLotte Berlin im Team Buchungssystem, Sophia Tybußek von der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 im Team Dienstleistungen sowie Erich Benesch vom MediaTrike-Netzwerk Potsdam im Team E-Lastenfahrräder.
Zusammen mit den Gästen aus den Projektquartieren und den Projektpartnern haben die Gäste die bisherigen Prototypen auf ihre Funktion, ihre Umsetzbarkeit und ihre Verantwortlichkeit hin überprüft. Dabei war besonders wichtig, die Bedarfe wieder in Erinnerung zurufen, die zu Beginn des Urban Design Thinking bei Distribute ermittelt wurden. Die zentrale Prüffrage war also, ob die Prototypen den Bedarfen, wie sie zu Beginn des Arbeitsprozesses definiert wurden, wirklich gerecht werden. Da dies in keinem der Teams zur Gänze der Fall war, galt es nun, die Lösungen noch einmal anzupassen. Für diese Anpassung haben wir, wenn auch in verkürzter Form, die Phase der Ideation, also der Ideenfindung wiederholt. Diese Broschüre ist also vor allem eine Dokumentation der vielen Ideen, die während des Urban Labs weiterentwickelt oder ganz neu gefunden wurden.